Geschichte der Marke „Helmut Lang“

Die vom Wiener Designer Helmut Lang gegründete Modemarke „Helmut Lang“ eroberte den Markt sehr schnell. Seine einzigartigen Kollektionen begeistern modebewusste Menschen. Darüber hinaus hatten die Arbeiten von Lang, der als einer der populärsten und führenden Designer gilt, einen erheblichen Einfluss auf die Mode, schreibt viennaka.eu.

Biografie von Helmut Lang

Der zukünftige Designer wurde 1956 in Wien geboren. In seiner frühen Kindheit zog Helmut in die Alpen zu seinem Großvater, der als Schuster in einem Dorf nahe Salzburg arbeitete. Als der Junge 10 Jahre alt wurde, heiratete sein Vater erneut, woraufhin Helmut wieder nach Wien zurückkehrte. Im Alter von 18 Jahren begann der junge Mann ein selbstständiges Leben.

1977 eröffnete er sein erstes Studio in der österreichischen Hauptstadt. Ohne formale Ausbildung begann er, T-Shirts und Anzüge nach Maß zu fertigen. Bald spezialisierte er sich auf avantgardistische Mode. Bereits 1980 erfreuten sich seine einzigartigen Prêt-à-porter-Kollektionen für Damen großer Beliebtheit.

1986 präsentierte Lang seine Werke auf der Ausstellung „L’Apocalypse Joyeuse“ im Pariser Kunst- und Kulturzentrum Georges Pompidou. Danach liefen die Geschäfte noch besser. Als er erkannte, dass den Leuten seine Kleidung gefiel, gründete er seine eigene Marke „Helmut Lang“. Neun Jahre nach der Eröffnung seines Ateliers veranstaltete er seine erste Modenschau in der französischen Hauptstadt. Ab 1987 begann er auch, Herrenmode zu entwerfen.

Einen starken Einfluss auf Langs Karriere hatte die Bekanntschaft mit der Stylistin Melanie Ward, die viele Jahre lang Kreativdirektorin und Muse des Designers war. Mehr noch, diese Frau spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung der Ära des Minimalismus.

Nach dem erfolgreichen Start seiner Marke in Paris kehrte Lang ständig nach Wien zurück. Denn dort befand sich sein Designstudio. 1993 wurde er zum Professor für Modedesign an der Universität für angewandte Kunst Wien ernannt. Bald darauf entschied er sich, nach New York zu ziehen.

Die Kernphilosophie der Marke

Anfang der 1990er Jahre legte „Helmut Lang“ den Grundstein für eine Gegenkultur. Sein einzigartiger minimalistischer Stil begann, eine Generation zu definieren. Die Leute kauften aktiv klassische T-Shirts, klobige Sneakers und Parkas.

Die Ästhetik des Designers Lang stand im völligen Gegensatz zu Luxus und Exzess. In der Modeindustrie gab es zu dieser Zeit keine gute Alternative für die Jugend.

Gegen Mitte des Jahrzehnts bildete sich in der Branche eine neue Richtung der Anti-Mode heraus, und genau diese wurde im Umfeld von Schauspielern und Fotografen zur Priorität. Die Kleidung, die „Helmut Lang“ herausbrachte, passte einfach perfekt zu ihrem Lebensstil.

Die Idee hinter der Kleidung war weitaus wichtiger als das Produkt selbst. Dieses Konzept spiegelte sich in der Farbpalette wider, in der Schwarz-Weiß-Töne gekonnt mit leuchtenden Akzenten kombiniert wurden, was einen futuristischen Effekt erzeugte.

Mit seinem Eintritt in die Modewelt veränderte Lang sie für immer. Dem Designer gelang es, den Underground in den Mainstream zu bringen und eine ganze Generation kreativer Menschen mitzuziehen.

Man kann sagen, dass der Wiener Modeschöpfer einen neuen Designstil kreierte. Für seine einzigartige, frische, von überflüssigen Elementen befreite und offene Kleidung wurde er als einer der führenden Minimalisten bezeichnet. Nicht umsonst wird Helmut in der Presse oft als der Lieblingsdesigner aller beschrieben.

Unter anderem veränderte er auch die Vorstellung davon, was Luxus ist. Lang war der erste High-Fashion-Designer, der die „Straße“ auf den Laufsteg brachte. In seiner Vision konnte die Kategorie Prêt-à-porter leicht zu etwas Avantgardistischem werden.

Helmut verwendete für seine Kleidung ungewöhnliche Materialien: Er kombinierte geschickt günstige Stoffe mit teuren und nutzte Hochtechnologien in der Produktion. Seine Designs waren nie überladen, spiegelten aber deutlich den avantgardistischen Stil wider. In Seidenstücken konnte man ein Futter aus Nylon finden, und in den Textilien waren oft Metallfasern enthalten.

„Helmut Lang“ war eine der ersten Marken, die gemeinsame Präsentationen von Herren- und Damenkollektionen veranstaltete.

2005 verkaufte Lang seine Anteile an die „Prada Group“ und wandte sich der Bildhauerei und Grafik zu. Danach hatte die Marke mehrere Designerwechsel, aber trotzdem bringt sie weiterhin neue Kollektionen heraus, arbeitet mit Weltstars zusammen und erfreut ihre Fans weiterhin.

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