Sigmund Freud: Ein Leben für die Wissenschaft

Sigismund Schlomo Freud war ein österreichischer Neurologe und der Begründer der Psychoanalyse. Dank seiner großen Verdienste um die Entwicklung der Psychiatrie und Psychologie ist er nicht nur in Wien, sondern auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt, wie viennaka.eu berichtet.

Kindheit und Ausbildung

Freud wurde am 5. Mai 1856 in Freiberg geboren. Sein Vater, Jakob Freud, war ein jüdischer Textilkaufmann. Seine Mutter, Amalia Freud, widmete sich der Erziehung der Kinder. Neben Sigmund gab es noch sieben weitere Kinder in der Familie. Als der Junge vier Jahre alt war, zog die Familie Freud nach Wien.

Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1873 inskribierte Sigmund an der Universität Wien, wo er ein Medizinstudium begann. Während seines Studiums wurde er zum Militärdienst einberufen. Nachdem er dort ein Jahr gedient hatte, schloss er 1881 sein Studium ab und verfasste eine Dissertation über das Rückenmark niederer Fischarten.

Im Jahr 1882 heiratete Freud Martha Bernays, die aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammte. Das Paar hatte sechs Kinder. Die jüngste Tochter, Anna Freud, trat in die Fußstapfen ihres Vaters und gilt als eine der Begründerinnen der Kinderanalyse.

Wissenschaftliche Karriere und Errungenschaften

Ab 1882 arbeitete Sigmund im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Dort widmete er sich mehrere Jahre der Neurophysiologie und beteiligte sich an Experimenten zur Erforschung der schmerzlindernden Wirkung von Kokain.

Im Jahr 1885 erhielt Freud ein Stipendium für einen wissenschaftlichen Aufenthalt an der großen psychiatrischen Frauenklinik „Hôpital de la Salpêtrière“. Diese wurde von Jean-Martin Charcot geleitet, der dort hysterische Patientinnen erfolgreich mit Hypnose behandelte. Während seines Aufenthalts in Paris entwickelte Freud ein starkes Interesse an den hypnotherapeutischen Techniken zur Behandlung hysterischer Störungen nach der Methode von Charcot.

1886 kehrte Freud nach Wien zurück und eröffnete eine Privatpraxis in der Berggasse. Seine praktische Tätigkeit nahm Freud dank der Forschungen seines Kollegen Josef Breuer auf, den er ein Jahr zuvor kennengelernt hatte. Dieser hatte bereits im Jahr 1880 die Grundlagen der Psychoanalyse gelegt.

Im Jahr 1895 veröffentlichten Freud und Breuer ihre „Studien über Hysterie“, in denen sie die Daten ihres Kollegen Pawlow untersuchten.

1896 verwendete Freud erstmals den Begriff „Psychoanalyse“. Er widmete viele Jahre der Erforschung dieses Gebiets.

Im Jahr 1900 veröffentlichte Freud sein Werk „Die Traumdeutung“, das er der Analyse der Neurose widmete. Im Zuge der in diesem Werk dargelegten Forschungen kam der Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Hauptursache für Neurosen verdrängte sexuelle Wünsche sind.

1902 wurde Sigmund Freud zum Professor an der Universität Wien ernannt. Zu dieser Zeit hatten seine Veröffentlichungen und Ideen zur Psychoanalyse bereits weltweite Anerkennung gefunden. Gleichzeitig gründete er zusammen mit seinen Kollegen die Wiener Psychoanalytische Vereinigung und begann, in seiner Wohnung Treffen zu veranstalten, bei denen über die neuen Entdeckungen diskutiert wurde.

Im Jahr 1905 veröffentlichte Freud seine grundlegenden Forschungen im Bereich der Entwicklungspsychologie, die „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“. 1909 reiste er gemeinsam mit Carl Jung in die USA, um an der Clark University Vorlesungen zu halten.

1923 wurde bei Freud, einem passionierten Raucher, Gaumenkrebs diagnostiziert. Von da an wurde sein Leben zu einer Reihe von Torturen. Trotz unzähliger Operationen und Rehabilitationsmaßnahmen arbeitete er weiter.

1930 wurde Freud mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet, und 1935 wurde er Mitglied der britischen Royal Society of Medicine. Als die Nationalsozialisten 1938 Österreich annektierten, wurde die Wiener Psychoanalytische Vereinigung, deren Mitbegründer Freud war, aufgelöst.

Es gelang ihm, zusammen mit seiner Familie aus Wien nach London zu fliehen. Auf der Reise wurde er von seiner Tochter Anna Freud begleitet, die kurz zuvor bei einer Hausdurchsuchung vorübergehend festgenommen worden war.

Sigmund Freud starb am 23. September 1939 in London und hinterließ zahlreiche Entdeckungen.

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