Heinz Eberhard Gabriel ist ein bekannter Wiener Psychiater, der durch seine wissenschaftliche Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Psychiatrie geleistet hat, wie viennaka.eu berichtet.
Besonderheiten der Arbeiten von Heinz Gabriel
Geboren wurde Heinz am 10. Oktober 1939 in Wien. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er seine Ausbildung an der psychiatrischen Universitätsklinik „Burghölzli“ in Zürich unter der Leitung des großen Manfred Bleuler.
Gabriels wissenschaftliche Laufbahn begann in der Psychopathologie, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Erforschung des Deliriums. Etwas später widmete er sich der Geschichte der Psychiatrie und hielt Vorlesungen für Medizinstudenten.
Vor allem ist seine Arbeit im Bereich der Psychotherapie hervorzuheben. Die Zeit, die er in der Schweiz verbrachte, spielte eine entscheidende Rolle in seiner Karriere. Im Jahr 1969, während eines mehrmonatigen Aufenthalts an der psychiatrischen Universitätsklinik in Lausanne, konnte er eine von Peter Berner begonnene Studie über Schizophrenie-Patienten abschließen.
Zurück in Wien, begann Gabriel eine enge Zusammenarbeit mit Peter Berner. Das von Berner gegründete psychiatrische Labor wurde zum zentralen Ort für wissenschaftliche Initiativen. Zu den wichtigsten gehörten die Entwicklung eines differenzierten Katalogs psychopathologischer Merkmale und eine 1970 abgeschlossene Studie an 90 Patienten mit Wahnpsychosen.
Nachdem Berner und der Direktor der psychiatrischen Klinik in Lausanne, Christian Müller, Gabriel Material aus ihren früheren Forschungen zur Verfügung gestellt hatten, verfasste er seine Habilitationsschrift, die Monographie „Die langfristige Entwicklung von Spätschizophrenien“. Sie wurde 1978 veröffentlicht.
Als Ergebnis seiner Forschungen über endogene Psychosen verfasste Eberhard Gabriel zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten.
Großer Beitrag zur Entwicklung der Psychiatrie

1984 wurde Gabriel Herausgeber der Zeitschrift „Psychiatria Clinica – Psychopathology“. Viele Jahre lang war er Mitglied und Vorsitzender der Sektion für Klinische Psychopathologie des Weltverbandes für Psychiatrie. Mit großem Engagement begann er, sein Wissen an andere weiterzugeben.
Das bestätigten auch seine Kollegen, die einst bei ihm in Ausbildung waren. Zur Weiterbildung lud Heinz Gabriel sie zu sich nach Hause ein. Viel Zeit widmete er Vorlesungen und Kursen, in denen er den Zuhörern vermitteln wollte, dass Psychopathologie mehr ist als nur Symptome und deren Unterdrückung durch Medikamente.
Ein zweiter wichtiger Schwerpunkt Gabriels war die Forschung im Bereich der Gesundheitsversorgung. Von 1978 bis 2004 war er Direktor des Psychiatrischen Krankenhauses der Stadt Wien. Von 2000 bis 2004 leitete er zudem das Sozialmedizinische Zentrum Baumgartner Höhe – Otto-Wagner-Spital.
In seinen 26 erfolgreichen Jahren als Leiter gelang es ihm, das psychiatrische Krankenhaus, das zu Beginn seiner Tätigkeit vor großen Herausforderungen stand, erfolgreich zu reorganisieren.
Gabriel hatte sich gezielt auf diese Position beworben, unter der Bedingung, dass seine Hauptaufgabe darin bestehen würde, Veränderungen in Richtung einer modernen Psychiatrie durchzuführen.
Heinz Gabriel ist der Begründer der einzigartigen „Steinhof-Symposien“, die neue Perspektiven für die Entwicklung der Psychiatrie eröffneten. Im Rahmen dieser Symposien behandelte Heinz eine Vielzahl wichtiger psychiatrischer Themen.
Gabriel gelang es, die psychiatrische Versorgung im Wiener Spital so zu verbessern, dass sie den Bedürfnissen der Patienten gerecht wurde. Von Beginn seiner Karriere an war Gabriel ein Verfechter der Wiener Psychiatriereform, die sowohl national als auch international Beachtung findet. Selbstverständlich erforderte diese Reform Unterstützung „von außen“, die durch Stephan Rudas, den Psychiater des Psychosozialen Dienstes in Wien, geleistet wurde.
Gabriel verstand es nicht nur, die hohen Anforderungen der sich schnell wandelnden Reform zu bewältigen, sondern auch, sie wissenschaftlich zu untermauern.
Im Jahr 1998 gründete er im Rahmen der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie (ÖGPP) die Arbeitsgruppe „Geschichte der Psychiatrie“, die er über 20 Jahre lang leitete.
Häufig hielt er zahlreiche Vorträge auf den Jahrestagungen der „ÖGPP“ und den Konferenzen der „DGGN“.
Eberhard Gabriel hat das historische Wissen der österreichischen Psychiatrie erforscht und weitergegeben. Die Themen, die er in seinen Forschungen zur Geschichte der Psychiatrie behandelte, sind bis heute in professioneller, wissenschaftlicher und ethischer Hinsicht aktuell.
Im Jahr 2000 wurde Heinz Gabriel für seine Verdienste um die Reorganisation der psychiatrischen Versorgung mit der Goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet.