Café · Wien · ⭐ 9.5/10 · 1066 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-10 15:37:59
Adresse: Zollergasse 5, 1070 Wien, Österreich
Der Name kommt nicht aus Wien und nicht aus Italien, sondern aus Grönland. Ein kaffemik ist dort eine offene Einladung: Man kommt vorbei, es gibt Kaffee und Kuchen, man bleibt so lange man will, und niemand hat den Anlass groß angekündigt. Genau diese Idee haben ein paar Freunde 2014 in eine autofreie Seitengasse im siebten Bezirk gestellt — eine Handbreit neben Wiens größter Einkaufsstraße, aber akustisch in einer anderen Stadt. Kein Kaffeehaus mit Ober und Zeitungshalter, sondern das genaue Gegenteil: ein kleiner, ruhiger Raum, in dem der Kaffee die Hauptrolle spielt und das Bleiben trotzdem erlaubt ist.
Höhepunkte
- Der Name stammt aus dem Grönländischen und bezeichnet dort ein zwangloses Zusammenkommen bei Kaffee und Kuchen — eine der schönsten Gründungsideen der Wiener Kaffeeszene.
- Seit 2014 im Betrieb und in der neuen Wiener Kaffeewelt längst eine feste Größe; das Unternehmen firmiert selbstironisch unter „A Bunch of Nerds“.
- Jahrelang das Haus, in dem man kleine europäische Röstereien kennenlernte, die es in Wien sonst nirgends gab — das rotierende Gaströster-Prinzip war hier Programm.
- Seit 2022 wird auch selbst geröstet, allerdings nicht in der Stadt: Die Rösterei steht aus behördlichen Gründen im Wienerwald, in Wolfsgraben.
- Zweimal im Monat gibt es öffentliche Cuppings — Verkostungen, bei denen man das Vokabular für Kaffee wirklich lernt statt es nur zu lesen.
- Ein kleiner, sehr bewusst gestalteter Raum: minimalistisch, ruhig, mit einer Farbwahl, die Gäste in ihren Berichten immer wieder erwähnen.
- Die Gasse vor der Tür ist autofrei — im Sommer wird der Außenbereich damit zum eigentlichen Wohnzimmer des Lokals.
Was in der Tasse ist
Die Geschichte dieses Hauses ist in zwei Kapitel geteilt, und beide stehen heute in der Tasse. Kapitel eins: Von Anfang an holte kaffemik Röstungen kleiner europäischer Spezialitätenbetriebe nach Wien und wechselte sie durch. Das war 2014 keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Bildungsmaßnahme — für viele Wienerinnen und Wiener war das der erste Ort, an dem eine Tasse Kaffee nach Frucht statt nach Röstung schmeckte, und der Vergleich zwischen zwei Häusern an einer Theke möglich war.
Kapitel zwei begann 2022: Seither röstet der Betrieb auch selbst. Die Anlage steht nicht im Lokal und nicht einmal in der Stadt — Rösten ist im dicht bebauten Wien behördlich schwierig, deshalb sitzt die Rösterei im Wienerwald, wenige Kilometer westlich. Wer will, holt seine Bestellung direkt dort ab. Für den Gast an der Theke heißt das: Es gibt heute eine eigene Handschrift und daneben weiterhin den Blick über den Tellerrand.
Auf der Karte stehen Espresso und die Milchgetränke — Cappuccino und Flat White werden von Gästen besonders oft gelobt — und daneben Filterkaffee, der hier nicht als Beiwerk behandelt wird. Die Single Origins wechseln, und die Beschreibungen sind konkret genug, um etwas damit anzufangen: ein brasilianischer Natural mit Karamell und Haselnuss zum Beispiel liest sich anders und schmeckt anders als ein gewaschener Ostafrikaner. Fragen Sie an der Theke, was gerade offen ist — in einem Haus mit rotierendem Sortiment ist das die einzig sinnvolle Bestellstrategie.
Ergänzend gibt es ein Abo-Modell für Bohnen und, zweimal im Monat, öffentliche Cuppings. Letztere sind das eigentliche Angebot für alle, die über „schmeckt gut“ hinauskommen wollen: Ein Cupping ist die Standardmethode, mit der die Branche Kaffee bewertet, und in Wien gibt es nicht viele Adressen, an denen man dabei einfach mitsitzen kann.
Wer dahintersteht
Hinter kaffemik steht keine Einzelperson mit Wettbewerbstitel, sondern eine Gruppe von Freunden — und die Gründungsgeschichte ist erfreulich unpathetisch. Sie ärgerten sich über den Kaffee, den es in den Pausen rund um ihren Arbeitsplatz gab, und beschlossen, ein kleines Lokal zu eröffnen, in dem sie selbst anständig trinken konnten. Dass daraus eine der meistgenannten Adressen der Wiener Spezialitätenszene wurde, war nicht der Plan, sondern die Folge.
Den Namen brachte einer von ihnen aus Grönland mit. Dort bezeichnet ein kaffemik die informelle Zusammenkunft bei Kaffee und Kuchen — kein Termin, kein Anlass, keine Etikette. Wer das Lokal betritt, merkt, dass dieser Begriff die Hausordnung ist und nicht die Dekoration: Der Ton am Tresen ist freundlich und unaufdringlich, und Gäste beschreiben den Raum wiederholt als zweites Wohnzimmer.
Auch der offizielle Firmenname passt ins Bild: Das Unternehmen tritt als „A Bunch of Nerds“ auf. Das ist Selbstironie, aber es beschreibt die Sache genau — hier stehen Leute, die sich für Aufbereitung, Herkunft und Röstprofile begeistern, und die aus dieser Begeisterung ein Lokal gebaut haben, statt aus einem Geschäftsplan.
Wofür es sich eignet
Die Dekompressionskammer neben der großen Einkaufsstraße. Der stärkste Grund. Wenige Meter weiter liegt die belebteste Einkaufsmeile der Stadt mit allem, was dazugehört — Menschenmenge, Ladenmusik, Reizüberflutung. Hier biegt man in eine autofreie Gasse ab und sitzt in einem kleinen, stillen Raum. Dieser Kontrast auf so kurzer Distanz ist in Wien selten und für einen Einkaufstag Gold wert.
Der erste oder letzte Kaffee einer Reise. Ein wiederkehrendes Motiv in den Rückmeldungen: Gäste kommen nach der Ankunft in der Stadt hierher, trinken die erste ordentliche Tasse und kaufen gleich eine Packung für unterwegs. Wer eine Ankunft oder Abreise sanft einleiten will, ist hier gut aufgehoben.
Kaffee wirklich lernen. Die Cuppings zweimal im Monat sind der Grund, warum dieses Lokal mehr ist als eine gute Tasse. Wer verstehen will, warum zwei Kaffees derselben Herkunft völlig unterschiedlich schmecken, bekommt hier die Methode dazu und nicht nur die Behauptung.
Das ruhige Gespräch zu zweit. Der Raum ist klein und leise, das Personal drängt sich nicht auf, und die Musik übertönt niemanden. Für ein Treffen, bei dem tatsächlich geredet wird, ist das eine der angenehmsten Adressen des Bezirks.
Konzentriertes Arbeiten — für eine begrenzte Zeit. Gäste nennen den Ort ausdrücklich als ruhigen Platz zum Arbeiten, und in schwachen Stunden funktioniert das gut. Die Einschränkung ist banal und wichtig zugleich: Es gibt wenige Sitzplätze. Ein bis zwei Stunden sind fair, ein ganzer Bürotag wäre es nicht.
Der Sommernachmittag im Freien. Weil die Gasse autofrei ist, hat der Außenbereich etwas, das Wiener Schanigärten selten haben: keinen Verkehr daneben. In der warmen Jahreszeit ist das der beste Platz im Haus.
Der Raum
Klein, minimalistisch, sehr bewusst gemacht. Was Gäste an diesem Raum am häufigsten beschreiben, ist nicht ein einzelnes Möbelstück, sondern die Gesamtwirkung: reduzierte Gestaltung, sorgfältig abgestimmte Farben, wenig Lärm. Die Theke mit Maschine und Mühlen ist der Mittelpunkt, der Rest ordnet sich unter. Es gibt keine Bilderwand, keine Bühne, keinen Designwitz, der um Aufmerksamkeit bittet.
Innen sind die Sitzplätze gezählt — das ist die zentrale praktische Information über dieses Lokal, und sie taucht in praktisch jedem Gästebericht auf. Draußen, in der autofreien Gasse, kommt der wesentlich größere Teil der Kapazität dazu, sobald das Wetter es zulässt. Im Winter bedeutet das umgekehrt: Es kann eng werden.
Die Atmosphäre ist der eigentliche Grund, warum Leute hier hängenbleiben. Mehrere Gäste beschreiben den Ort als zweites Wohnzimmer, als Platz, an dem man sich sofort entspannt — und das ist bei einem Lokal dieser Größe kein Zufall, sondern eine Entscheidung: Wer wenig Fläche hat, muss sich zwischen Durchsatz und Ruhe entscheiden. Hier hat man sich für die Ruhe entschieden.
Mehr als Kaffee
Klare Antwort: Das ist kein Essenslokal. Es gibt Süßes zur Tasse — der grönländische Namenspate bezieht sich ausdrücklich auf Kaffee und Kuchen —, aber eine Küche mit Frühstück, Mittagskarte oder warmen Speisen ist hier nicht vorgesehen und wird auch nicht behauptet. Wer hungrig ankommt, isst besser vorher.
Wofür das Haus dagegen sehr wohl über den Kaffee hinausgeht, ist der Handel und die Vermittlung. Bohnen gehen im Paket über die Theke, es gibt ein Abo für die regelmäßige Lieferung nach Hause, die Rösterei im Wienerwald nimmt Abholungen entgegen, und die öffentlichen Cuppings machen aus dem Lokal zeitweise einen Kursraum. Diese Ebene ist bei kaffemik ungewöhnlich stark ausgebaut — es lohnt sich, sie zu nutzen.
Wann kommen
Der Vormittag an Werktagen ist die ruhigste und beste Zeit. Dann ist die Einkaufsstraße nebenan noch nicht auf Betriebstemperatur, im Raum ist Platz, und an der Theke hat man Ruhe für die Frage, was heute auf Filter läuft.
Am Nachmittag und vor allem am Samstag verschiebt sich das deutlich. Der siebte Bezirk ist dann voll, die Einkaufsmeile schiebt Menschen in die Nebengassen, und der kleine Raum ist schnell besetzt. Wer dann kommt, sollte auf den Außenbereich hoffen oder mit Wartezeit rechnen.
Der Sonntag läuft in einem eigenen, kürzeren Rhythmus und hat einen eigenen Charakter: weniger Einkaufspublikum, mehr Nachbarschaft. Die aktuellen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite; die Rösterei im Wienerwald hat davon abweichende Abholzeiten.
Anfahrt
Sie sind mitten in Neubau, dem siebten Bezirk, in einer autofreien Seitengasse unmittelbar neben Wiens größter Einkaufsstraße. Von der U-Bahn-Station an dieser Einkaufsachse sind es wenige Gehminuten; ebenso von der Straßenbahnachse, die den Bezirk in Nord-Süd-Richtung quert.
Zur Orientierung: Das MuseumsQuartier und das Spittelberg-Viertel liegen zu Fuß in dieselbe Richtung, der Ring ist in einer Viertelstunde erreicht. Wer aus der Innenstadt kommt, geht am einfachsten die große Einkaufsstraße bergauf und biegt in die verkehrsberuhigte Gasse ab — sobald keine Autos mehr fahren, sind Sie richtig. Mit dem Auto ist der Bezirk Kurzparkzone mit sehr wenig Stellfläche; öffentlich ist die klar bessere Wahl.
Gut zu wissen
Vier Dinge, die den Besuch verbessern. Erstens: Fragen Sie nach dem Filterkaffee des Tages. Das Sortiment rotiert, und die Empfehlung an der Theke ist hier verlässlicher als jede Karte. Zweitens: Die Sitzplätze im Inneren sind wenige — kommen Sie nicht als große Gruppe und rechnen Sie in Stoßzeiten mit Wartezeit. Drittens: Wenn Sie mehr wollen als eine Tasse, schauen Sie nach den Cupping-Terminen; sie finden zweimal im Monat statt und sind für Gäste offen.
Viertens die Einordnung, die in Wien wichtig ist: Dies ist kein traditionelles Wiener Kaffeehaus. Kein Ober, kein Zeitungshalter, kein Glas Wasser als selbstverständliches Ritual, keine Marmortischchen. Das ist keine Lücke, sondern ein anderes Format — und wer beides an einem Tag erleben will, hat in Wien den Vorteil, dass zehn Gehminuten in Richtung Innenstadt genügen, um zur anderen Kaffeekultur zu wechseln.
Fragen und Antworten
Woher kommt der Name?
Aus dem Grönländischen. Ein kaffemik ist dort ein zwangloses Zusammenkommen bei Kaffee und Kuchen — einer der Gründer brachte den Begriff von einer Reise mit.
Rösten sie selbst?
Ja, seit 2022. Die Rösterei steht allerdings nicht in der Stadt, sondern aus behördlichen Gründen im Wienerwald; dort kann man Bestellungen auch abholen.
Gibt es weiterhin Kaffee anderer Röstereien?
Der Betrieb hat sich jahrelang genau darüber definiert — wechselnde Röstungen kleiner europäischer Häuser. Fragen Sie an der Theke, was gerade läuft; das Sortiment rotiert.
Ist das ein traditionelles Wiener Kaffeehaus?
Nein. Kein Ober, keine Zeitungshalter, keine Marmortischchen. Es ist ein kleines Spezialitätenkaffee-Lokal mit eigener Rösterei.
Kann man hier essen?
Nur Süßes zur Tasse. Eine Küche mit Frühstück oder Mittagessen gibt es nicht — wer hungrig ist, isst vorher woanders.
Wie viele Plätze gibt es?
Innen wenige; das ist die wichtigste praktische Information über dieses Lokal. In der warmen Jahreszeit kommt der Außenbereich in der autofreien Gasse dazu.
Kann man hier arbeiten?
Für ein bis zwei Stunden in einer ruhigen Phase ja — Gäste nennen den Ort ausdrücklich als ruhigen Arbeitsplatz. Für einen ganzen Tag ist der Raum zu klein.
Kann man Bohnen kaufen?
Ja, im Paket über die Theke, dazu gibt es ein Abo-Modell mit Lieferung nach Hause.
Kann man an Verkostungen teilnehmen?
Ja. Zweimal im Monat finden öffentliche Cuppings statt — die professionelle Methode, Kaffee zu bewerten.
Gibt es Sitzplätze im Freien?
Ja, und sie sind besonders angenehm, weil die Gasse autofrei ist. Im Sommer ist das der beste Platz im Haus.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | 08:00–18:00 |
| Dienstag | 08:00–18:00 |
| Mittwoch | 08:00–18:00 |
| Donnerstag | 08:00–18:00 |
| Freitag | 08:00–18:00 |
| Samstag | 10:00–18:00 |
| Sonntag | 11:00–17:00 |
Fotos





Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-10 15:37:59
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Це чудове місце, щоб перепочити у Відні та насолодитися гарною чашкою особливих кав.
Невимушена та спокійна атмосфера – це невелике кафе має чудову розслаблену атмосферу. Усередині є кілька місць, а також додаткові місц…
Я навіть не знаю, з чого почати, бо це місце так багато для мене значить.
З першої ж миті, як я зайшла до Kaffemik, я відчула щось особливе. Сам простір абсолютно прекрасний – мінімалістичний дизайн, ідеально підібрані…
Оскільки ми часто зустрічаємося біля "Kaffeemik", це маленьке кафе – ідеальне місце для швидкої перерви, де ми можемо насолодитися чудовою чашкою кави.
Цей досвід робить ще приємнішим неймовірно дружня та завжди привітн…
Чудове кафе із затишною атмосферою та великою увагою до деталей. Кава ароматна, ідеально заварена та має насичений смак. Окремої уваги заслуговує неймовірно привітний та гостинний персонал – ви одразу відчуваєте себе як…
Саме те, що мені було потрібно для першої кави після аеропорту. Неймовірний вибір кави, неймовірне та привітне обслуговування. Я одразу купив пакетик цієї кави, щоб заварити її під час поїздки, і повернуся перед від'їздо…