Melanie Klein war eine weltbekannte und geachtete Frau. Sie wurde berühmt als Begründerin der Kinderpsychoanalyse und der Spieltherapie. In ihrer Praxis half sie Menschen, psychologische Probleme und Komplexe zu überwinden, und verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, schreibt viennaka.eu.
Kindheit und Jugend

Sie kam am 30. März 1882 in Wien in einer jüdischen Familie zur Welt. Zwischen ihrem Vater Moriz und ihrer Mutter Libussa lag ein Altersunterschied von 20 Jahren, doch das war kein Hindernis für ihre Beziehung. Mehr noch, sie brachten vier Kinder zur Welt und zogen sie würdevoll auf.
Man kann Melanies Kindheit nicht als sorglos bezeichnen, da sie eine Reihe tiefer Verluste erlebte, die bei dem Mädchen eine langanhaltende Depression auslösten. Sie verlor früh ihre Schwester, die im Alter von 8 Jahren verstarb. Die Mädchen standen sich sehr nahe, und dieser Tod war eine wahre Tragödie für die kleine Melanie. Als sie 18 Jahre alt war, starben das Familienoberhaupt und ihr Bruder, und bald darauf auch die Mutter.
Ihr Vater war für Melanie übrigens ein Vorbild. Sie träumte seit ihrer Jugend davon, in seine Fußstapfen zu treten und Ärztin zu werden. Nach dem Abschluss eines Mädchengymnasiums beabsichtigte sie, ein Medizinstudium aufzunehmen, aber das Leben durchkreuzte diese Pläne.
Mit 17 Jahren lernte Melanie Arthur Klein kennen und wurde vier Jahre später seine Frau. Bald bekam das Paar Kinder, und sie konnte kein Vollzeitstudium an einem medizinischen Institut absolvieren. Stattdessen inskribierte sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wurde jedoch keine qualifizierte Fachkraft, da sie das Studium abbrach.
Melanie widmete sich ganz der Familie. Mit der Zeit begann ihr Mann jedoch, seinen schwierigen Charakter zu zeigen, und nach einiger Zeit trennte sich das Paar. Die Frau verfiel in eine schwere Depression, die sie zum Studium der Psychoanalyse brachte.
Wissenschaftliche Tätigkeit

Im Jahr 1914 begann Klein, die Beschaffenheit der menschlichen Seele zu studieren, und drei Jahre später wandte sie das erworbene Wissen bei ihren eigenen Kindern an. Zu dieser Zeit lebte sie in Budapest, wo sie Mitglied der Ungarischen Psychoanalytischen Gesellschaft wurde. Damals lernte Melanie Sigmund Freud kennen, und später wurden ihre Arbeiten der neofreudianischen Schule zugeordnet.
Die Psychoanalytikerin konzentrierte sich auf die Untersuchung von emotionalen Störungen und Formen der Aggression, die in der Kindheit auftreten. Ihrer Meinung nach war die Liebe der ideale Gegensatz zur Aggression. Darüber hinaus muss die Persönlichkeit während ihrer Entwicklung alle Stadien destruktiver Impulse und die depressive Position durchlaufen.
1921 zog Melanie nach Berlin und fünf Jahre später nach England, das bis zum Ende ihres Lebens ihre Heimat wurde. Hier begann sie eine aktive Praxis- und Forschungsarbeit. Ihre Forschungsergebnisse beschrieb die Psychoanalytikerin in Büchern wie: „Neid und Dankbarkeit“, „Liebe, Schuld und Wiedergutmachung“ und anderen. Anna Freud trat in eine Polemik mit Melanie ein; sie kritisierte deren Abkehr von der orthodoxen Psychoanalyse.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Melanie Klein in London. Sie war wissenschaftlich tätig, führte eine Praxis und schrieb Bücher. Es schien, als liefe alles gut und ihre Karriere entwickelte sich positiv. Ein Schlusspunkt wurde durch eine schreckliche Diagnose gesetzt – Dickdarmkrebs. 1960 verschlimmerte sich die Krankheit, die Frau wurde operiert, aber danach gab es keine Besserung. Der Tumor wuchs weiter, und im Alter von 78 Jahren verstarb Klein.
Interessante Fakten

- Melanies Sohn Hans starb im Alter von 27 Jahren beim Bergsteigen in den Bergen. Ihrer Tochter zufolge beging er jedoch aufgrund der schwierigen Beziehung zu seiner Mutter Selbstmord.
- Als Melanie 5 Jahre alt war, erbte ihre Familie eine große Geldsumme und zog von ihrer alten Wohnung in einen der besten Bezirke Wiens.
- Der Ehemann der Psychoanalytikerin war ihr Cousin zweiten Grades.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Melanie Klein eine große Ärztin war, die einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Psychologie und Psychiatrie geleistet hat.