Fanny Elßler — Ballerina, zu deren Füßen ganz Europa lag

Um den Namen Fanny Elßler ranken sich viele Mythen und Legenden. Es ist offensichtlich, dass sie eine fantastische Tänzerin war, deren Kunst das Publikum in Begeisterung versetzte. Die Ballerina besaß ein feuriges Temperament und großes Talent, schreibt viennaka.eu.

Kindheit und erste Schritte auf der Bühne

Franziska (ihr bürgerlicher Name) erblickte am 23. Juni 1810 in Wien das Licht der Welt. Ihre Mutter arbeitete als Schneiderin, und ihr Vater diente als Kammerdiener des berühmten Komponisten Joseph Haydn. Von früher Kindheit an zeigte das kleine Mädchen eine Liebe zur Kunst; sie liebte bewegte Spiele und den Tanz. Als die Eltern ihr Talent bemerkten, schickten sie sie auf eine Ballettschule.

Im Alter von 7 Jahren betrat Franziska die große Bühne. Das Mädchen hatte ein sehr schönes Äußeres, besaß eine hohe körperliche Ausdauer und verstand es, im Tanz die ganze Bandbreite der Emotionen zu vermitteln.

Mit 17 Jahren wurde Elßler Primaballerina und war weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt Wien hinaus bekannt. Bald darauf zog sie aus, um die Welt zu erobern. Ihr Talent wurde in Italien und Frankreich bewundert. In jeden ihrer Auftritte brachte sie Improvisation ein und experimentierte, weshalb ihr Tanz stets lebendig und faszinierend war. Um 1830 galt Fanny Elßler als eine der größten Stars der internationalen Ballettszene.

In der Zeit von 1834 bis 1840 eroberte sie die Pariser Oper. 1840 war Franziska die erste europäische Tänzerin, die eine zweijährige Tournee durch Amerika und Kuba unternahm.

Bemerkenswert ist, dass Fanny während ihres Aufenthalts in Rom die Erlaubnis erhielt, den Schuh von Papst Pius IX. zu küssen. Sie erschien vor dem Heiligen Vater unbekleidet und mit Diamanten übersät. Alle Anwesenden waren zutiefst erstaunt.

Große Erfolge im Ballett

Im Jahr 1840 kam Elßler nach Amerika. Ein ehemaliger Präsident und sein Kabinett empfingen sie zu einer offiziellen Audienz. Bei Banketten im Kapitol, wo der Wiener Star auftrat, tranken Kongressabgeordnete alkoholische Getränke aus ihren Tanzschuhen.

1843 kehrte Fanny aus den USA nach Hause zurück und reiste nur wenige Tage später erneut nach Großbritannien, um auch dort mit ihren Tänzen zu begeistern. Bald darauf wurde sie Ehrendoktorin der Choreografie an der Universität Oxford.

Besonders hervorzuheben ist der Aufenthalt der Ballerina in New York. Jeder ihrer Auftritte versetzte das Publikum in Begeisterung, und oft konnten nicht alle, die ein Konzert der berühmten Fanny besuchen wollten, dies auch tun. Der Grund dafür war, dass die Karten sehr schnell ausverkauft waren.

Elßler liebte den Luxus, und bei ihren Auftritten war die Bühne stets mit Blumen übersät. Darüber hinaus spannten Männer nach Ende der Vorstellung die Pferde aus und zogen die Kutsche des Stars vom Theater bis zum Hotel.

Im Jahr 1848 besuchte Elßler Russland, wo sie das Publikum ebenfalls mühelos eroberte. Dabei war sie zu diesem Zeitpunkt bereits fast 40 Jahre alt, was für eine Ballerina selbst heute noch ein hohes Alter ist. Es sei angemerkt, dass Franziska bis ins hohe Alter eine unglaubliche Weiblichkeit und einen bezaubernden Charme besaß. Ihr Äußeres verdrehte den Männern den Kopf: langes, schwarzes Haar, schneeweiße Haut, volle Lippen. Unter ihren Verehrern war auch Napoleon II. (der Herzog von Reichstadt). Es wird sogar gemutmaßt, dass die Ballerina für seinen Tod verantwortlich war.

Während ihres Aufenthalts in Russland schwor sich die Frau, dass diese Gastspiele die letzten ihrer Karriere sein würden. Wahrscheinlich lag der Grund für diese Entscheidung darin, dass sie des Ruhmes überdrüssig war und sich nach Ruhe und Frieden sehnte. Die Ballerina hielt ihr Wort, und als sie 1851 in ihre Heimatstadt Wien zurückkehrte, betrat sie ein letztes Mal die Bühne. Nachdem sie das Ballett verlassen hatte, genoss sie ein beschauliches Leben.

Im November 1884 verstarb die große Künstlerin. Für ihren bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Balletts wurden Straßen in Wien und Hamburg nach ihr benannt. Im Jahr 1937 kam der Film „Fanny Elßler“ in die Kinos, in dem Lilian Harvey die Hauptrolle spielte.

Die Kunst der legendären Tänzerin wird auch von nachfolgenden Generationen bewundert. Viele Primaballerinen versuchen, den Stil von Elßlers Auftritten zu wiederholen, doch bislang ist es niemandem gelungen, dies zu erreichen.

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