Café · Wien · ⭐ 9.7/10 · 856 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-10 15:38:00
Adresse: Kirchengasse 44, 1070 Wien, Österreich
Der Name ist ein Programm, und die Hausmischungen setzen es fort: Das Lokal heißt Café Comet, und die beiden Blends, die immer verfügbar sind, tragen die Namen „Treibstoff“ und „Kraftstoff“. Man kann darüber lächeln, aber es beschreibt die Sache genau — dies ist kein Kaffeehaus, in dem man drei Stunden mit der Zeitung sitzt, sondern das Wohnzimmer einer Rösterei, in dem der Kaffee der Antrieb ist. Fürth Kaffee röstet seit 2010 in Niederösterreich ausschließlich dokumentierte Einzelherkünfte; dieses Lokal im siebten Bezirk ist der Ort, an dem man sie trinkt, vergleicht und mitnimmt.
Höhepunkte
- Das offizielle Zuhause der Rösterei Fürth Kaffee — kein Café, das irgendwo Bohnen einkauft, sondern die Schanktheke des Rösters selbst.
- Fünf bis zehn Einzelherkünfte gleichzeitig verfügbar, und die Auswahl rotiert wöchentlich. Das ist eine Bandbreite, die in Wien nur sehr wenige Theken bieten.
- Konsequente Sortenreinheit: Auf dem Etikett stehen Herkunft, Varietät, Anbauhöhe und Aufbereitung — auch die Hausmischungen entstehen aus den eigenen Einzelherkünften.
- Die beiden Dauerbrenner „Treibstoff“ und „Kraftstoff“ sind bio-zertifiziert und der beste Einstieg, wenn man sich zwischen zehn Kaffees nicht entscheiden kann.
- Alle Brühwege nebeneinander: Espresso und Milchgetränke, dazu Batch Brew, Chemex, Handfilter, AeroPress und im Sommer Cold Brew.
- Auf der Karte steht auch der Verlängerte — der Wiener Klassiker, hier aus einer dokumentierten Einzelherkunft zubereitet.
- Das Lokal ist zugleich Verkaufsstelle, Schauraum und Packstation; die Bohnen werden hier abgefüllt, und das Personal kann jede Frage dazu beantworten.
- Seit einer Erweiterung in die benachbarte Galerie gibt es spürbar mehr Platz — und mehr Raum für Mehlspeisen und Gebäck.
Was in der Tasse ist
Der Unterschied zu fast allen anderen Adressen dieser Liste ist die Breite. Fünf bis zehn Einzelherkünfte stehen gleichzeitig zur Verfügung, und die Auswahl wechselt wöchentlich. Das heißt: Wer zweimal im Monat kommt, trinkt zweimal etwas anderes, und wer zwei Tassen nebeneinander bestellt, kann tatsächlich vergleichen, statt sich an eine Erinnerung zu klammern. Für eine Stadt, in der viele Spezialitätenbars mit zwei bis drei Kaffees auskommen, ist das eine ungewöhnlich große Bühne.
Die Philosophie dahinter ist streng: Die Rösterei arbeitet ausschließlich mit Einzelherkünften, und die Verpackung nennt Herkunft, Varietät, Anbauhöhe und Aufbereitungsmethode. Selbst die Hausmischungen sind keine anonymen Industrieblends, sondern werden aus den eigenen Einzelherkünften zusammengesetzt. Der erklärte Anspruch ist Kaffee mit Individualität statt Markenkaffee — ein Kaffee also, den man beschreiben kann, ohne den Namen der Marke zu nennen.
Zubereitet wird auf allen üblichen Wegen und einigen selteneren. Espresso, Espresso Macchiato, Cappuccino, Milchkaffee und der Verlängerte decken die Wiener Grundbedürfnisse ab; darüber liegen Batch Brew für die schnelle Filtertasse, Chemex und Handfilter für die feineren Lots, AeroPress für alles, was Druck und Kürze verträgt, und im Sommer Cold Brew und Eiskaffee. Wer die beiden bio-zertifizierten Dauermischungen probiert und dann eine rotierende Einzelherkunft danebenstellt, hat in einer Sitzung mehr über Kaffee gelernt als aus jedem Text.
Ein praktischer Hinweis: Das Personal gilt in der Wiener Szene als außergewöhnlich auskunftsfreudig und gut ausgebildet. Fragen Sie, was diese Woche neu ist und wie es zubereitet werden sollte. In einem Lokal, in dem der Röster selbst hinter dem Sortiment steht, ist diese Frage kein Small Talk, sondern die effizienteste Bestellhilfe, die es gibt.
Wer dahintersteht
Die Rösterei Fürth Kaffee begann 2010 im privaten Rahmen und trat ab 2012 offiziell als Marke auf. Geröstet wird nicht in Wien, sondern in Niederösterreich; das Lokal in der Stadt ist die Verbindung zwischen der Anlage draußen und den Menschen, die den Kaffee trinken. Betrieben wird das Café von Helmut Haller und seinem Team — ein kleiner, personengeführter Betrieb, keine Kette und kein Investorenprojekt.
Die Konsequenz, mit der hier auf Einzelherkünfte gesetzt wird, ist die eigentliche Handschrift. Sie ist unbequemer als der übliche Weg: Wer nur Blends verkauft, hat ein stabiles Produkt und wenig Erklärungsbedarf. Wer stattdessen jede Woche andere Herkünfte anbietet, muss ständig neu einstellen, ständig neu erklären und akzeptieren, dass Stammgäste ihren Lieblingskaffee irgendwann nicht mehr vorfinden. Genau das ist hier das Konzept.
Bemerkenswert ist auch, was das Lokal neben dem Ausschank ist: Verkaufsstelle, Schauraum und Packstation in einem. Die Bohnen werden hier abgefüllt, das Regal ist kein Dekorationselement, und die Nähe zwischen Betrieb und Theke ist im Raum sichtbar. Wer schon einmal in einer Rösterei war, erkennt den Ton sofort — es riecht nach Arbeit und nicht nach Konzept.
Wofür es sich eignet
Bohnen kaufen, nachdem man sie getrunken hat. Die stärkste Achse dieses Ortes, und sie ist in Wien selten so sauber umgesetzt. Man bestellt eine Tasse, entscheidet sich am Geschmack statt an der Etikettenlyrik und nimmt dann das Paket mit, das direkt daneben abgefüllt wird. Bei fünf bis zehn gleichzeitig verfügbaren Herkünften ist das kein symbolischer Vorgang, sondern eine echte Auswahl.
Der Sonntagskaffee. Die Woche läuft hier umgekehrt zum Rest der Stadt: Das Lokal hat am Wochenende offen, inklusive Sonntag, und dafür zu Wochenbeginn einen Ruhetag. Für Wien, wo die Spezialitätenszene das Wochenende traditionell schwach besetzt, ist das ein handfester praktischer Vorteil — und der einzige Grund, warum man vor einem Besuch in den Zeitplan-Block auf dieser Seite schauen sollte.
Sitzen bleiben und arbeiten. Unter den Wiener Spezialitätenadressen ist das hier eine der wenigen, bei der das wirklich funktioniert. Der Raum wurde erweitert, das Publikum ist entspannt, und Gäste beschreiben die Stimmung ausdrücklich als geeignet zum Arbeiten. Wer im siebten Bezirk einen Nachmittag mit Laptop und gutem Kaffee verbringen will, hat hier eine der wenigen ernsthaften Optionen.
Brühmethoden vergleichen. Selten stehen so viele Wege nebeneinander zur Wahl. Denselben Kaffee einmal als Filter und einmal aus der AeroPress zu trinken ist die schnellste Art zu verstehen, wie stark die Zubereitung den Geschmack bestimmt — und hier kann man das an einem Tisch machen.
Die Kaffeepause nach dem Viertel-Spaziergang. Der Bezirk ringsum gehört zu den angenehmsten Wohnvierteln der Stadt, mit kleinen Läden, Lokalen und dem alten Spittelberg-Viertel in Gehweite. Als Halt zwischen zwei Gassen funktioniert dieses Lokal ausgezeichnet, und es gibt Mehlspeisen dazu.
Wofür es sich nicht eignet: der spontane Wochenbeginn. Es gibt einen fixen Ruhetag am Anfang der Woche, und mehr als ein Gast hat sich schon vor verschlossener Tür gewundert. Kurz nachsehen kostet zehn Sekunden.
Der Raum
Gemütlich, unaufgeregt, mit dem leicht studentischen Ton, den dieser Bezirk seit Jahrzehnten hat. Gäste beschreiben die Einrichtung als warm und wohnlich statt designbetont — es ist kein Schauraum aus Beton und Stahl, sondern ein Lokal, in dem man sich hinsetzt. Der Kaffeebetrieb bleibt dabei sichtbar: Theke, Mühlen, Regal mit den Röstungen, und die Abfüllung, die zum Alltag gehört.
Die wichtigste Veränderung der letzten Jahre war die Erweiterung in die benachbarte Galerie. Dadurch ist aus einem kleinen Verkaufslokal ein Café mit echter Fläche geworden — mehr Sitzplätze, mehr Platz für Vitrine und Gebäck, und vor allem die Möglichkeit, länger zu bleiben, ohne jemandem den Platz wegzunehmen. Das unterscheidet dieses Haus von den meisten Wiener Spezialitätenbars, die auf zwanzig Quadratmetern arbeiten.
Der Ton im Raum ist ruhig und freundlich. Das Personal hat in der Szene den Ruf, sowohl das freundlichste als auch das kundigste zu sein — eine Kombination, die seltener ist, als man meinen sollte. Wer sich für Kaffee interessiert, bekommt hier ein Gespräch; wer nur eine Tasse will, wird nicht belehrt.
Mehr als Kaffee
Süßes ja, Küche nein. Seit der Erweiterung in die Nachbarräume gibt es deutlich mehr Platz für Croissants, Kuchen und Gebäck, und Gäste loben die Frische — der Käsekuchen wird immer wieder genannt. Dazu kommen kalte Getränke und im Sommer Eiskaffee und Cold Brew. Ein Frühstücks- oder Mittagsangebot mit warmen Speisen gehört nicht zum Konzept; wer satt werden will, isst im Bezirk und kommt danach.
Die zweite Ebene ist der Handel. Das Lokal ist zugleich Verkaufsstelle der Rösterei: Die Röstungen stehen im Regal, werden hier abgefüllt und in verschiedenen Größen mitgegeben. Wer die eigene Espressomaschine zu Hause hat, findet hier die wöchentlich wechselnde Auswahl und Leute, die sagen können, welche Herkunft dafür taugt.
Wann kommen
Der Vormittag an den offenen Wochentagen ist die ruhigste Phase. Der Bezirk ist dann in Bewegung, aber das Lokal noch nicht voll, und an der Theke hat man Zeit für die Frage, welche Herkünfte diese Woche neu sind.
Am Nachmittag kommt das Nachbarschaftspublikum, und der entspannte, leicht studentische Charakter tritt in den Vordergrund. Das ist die Zeit, in der man am ehesten sitzen bleibt — mit Kuchen, mit Laptop oder mit einem zweiten Kaffee, weil die erste Tasse Lust auf einen Vergleich gemacht hat.
Das Wochenende ist hier die Stärke und nicht die Schwäche: Anders als ein großer Teil der Wiener Spezialitätenszene ist das Lokal auch am Sonntag offen. Dafür gibt es zu Wochenbeginn einen Ruhetag — mehrere Gäste haben genau diesen Rhythmus schon als ungewöhnlich beschrieben. Die aktuellen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite; ein kurzer Blick vor der Anreise erspart Ärger.
Anfahrt
Sie sind in Neubau, dem siebten Bezirk, in der oberen Hälfte des Viertels oberhalb der großen Einkaufsstraße, Richtung äußerer Verkehrsring. Zu Fuß erreichen Sie von hier das Spittelberg-Viertel mit seinen Biedermeierhäusern, das MuseumsQuartier und den Ring in einer knappen Viertelstunde.
Öffentlich ist die Anbindung gut: Die U-Bahn-Achse unter der Einkaufsstraße liegt in Gehweite, ebenso mehrere Straßenbahn- und Buslinien, die den Bezirk in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung queren. Der einfachste Weg für Ortsfremde führt über das MuseumsQuartier oder den Volkstheater-Knoten und von dort bergauf ins Wohnviertel. Mit dem Auto ist der siebte Bezirk Kurzparkzone mit sehr knappem Stellplatzangebot — öffentlich oder zu Fuß ist deutlich schneller.
Gut zu wissen
Vier Dinge. Erstens: Prüfen Sie den Zeitplan, bevor Sie herkommen — das Haus hat zu Wochenbeginn einen Ruhetag und dafür am Wochenende offen, was der umgekehrte Rhythmus zu vielen anderen Lokalen ist. Zweitens: Fragen Sie nach der Herkunft der Woche. Bei fünf bis zehn gleichzeitig verfügbaren Kaffees ist die Empfehlung an der Theke das mit Abstand beste Auswahlwerkzeug.
Drittens: Wenn Sie Bohnen mitnehmen wollen, trinken Sie vorher eine Tasse davon. Das ist der Vorteil eines Röstereilokals, und er wird selten genutzt. Viertens zur Einordnung: Dies ist kein traditionelles Wiener Kaffeehaus — kein Ober, keine Zeitungshalter, kein Glas Wasser als Ritual. Der Verlängerte auf der Karte ist die einzige Brücke zur alten Welt, und er wird hier aus einer dokumentierten Einzelherkunft gemacht. Das ist, wenn man so will, die freundlichste Art, beide Kaffeekulturen zu verbinden.
Fragen und Antworten
Ist das eine Rösterei oder ein Café?
Beides in einem Verhältnis, das man selten findet: Das Lokal ist das offizielle Zuhause der Rösterei Fürth Kaffee — Ausschank, Verkaufsstelle und Packstation zugleich. Geröstet wird in Niederösterreich.
Ist das ein traditionelles Wiener Kaffeehaus?
Nein. Kein Ober, keine Zeitungshalter, kein stundenlanges Sitzen als Hausrecht. Es ist ein Spezialitätenkaffee-Lokal — allerdings eines, in dem man tatsächlich länger bleiben kann.
Wie viele Kaffees stehen zur Auswahl?
Fünf bis zehn Einzelherkünfte gleichzeitig, und die Auswahl rotiert wöchentlich. Dazu kommen die beiden bio-zertifizierten Dauermischungen „Treibstoff“ und „Kraftstoff“.
Welche Zubereitungsarten gibt es?
Espresso und alle Milchgetränke inklusive Verlängertem, dazu Batch Brew, Chemex, Handfilter, AeroPress und im Sommer Cold Brew und Eiskaffee.
Kann man hier essen?
Nur Süßes: Croissants, Kuchen und Gebäck, seit der Erweiterung in größerer Auswahl. Eine Küche mit warmen Speisen gibt es nicht.
Kann man hier arbeiten?
Ja, und das ist eine der Stärken des Hauses. Der Raum wurde erweitert, die Stimmung ist entspannt, und Gäste nennen den Ort ausdrücklich als geeignet zum Arbeiten.
Ist am Sonntag offen?
Ja. Dafür gibt es zu Wochenbeginn einen Ruhetag — die genauen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite.
Kann man Bohnen kaufen?
Ja, die Röstungen werden hier abgefüllt und in verschiedenen Größen abgegeben. Auf dem Etikett stehen Herkunft, Varietät, Anbauhöhe und Aufbereitung.
Was bedeuten die Namen der Hausmischungen?
„Treibstoff“ und „Kraftstoff“ heißen schlicht Brennstoff beziehungsweise Antrieb — ein Wortspiel, das gut zum Namen des Lokals passt. Beide sind bio-zertifiziert und immer verfügbar.
Ist das Personal auskunftsfähig?
Ja, das ist der Ruf des Hauses in der Wiener Szene: sehr freundlich und sehr gut informiert. Nutzen Sie das bei der Bestellung.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | Geschlossen |
| Dienstag | 08:00–18:00 |
| Mittwoch | 08:00–18:00 |
| Donnerstag | 08:00–18:00 |
| Freitag | 08:00–18:00 |
| Samstag | 09:00–18:00 |
| Sonntag | 09:00–18:00 |
Fotos





Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-10 15:38:00
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Неймовірна кава!! Мабуть, найкраща кава, але не надто дорога. Кава свіжа та ароматна. Я пив лате макіато, а мій друг капучино, обидва були винятковими. Шикарна атмосфера у дуже красивому та доступному районі. Обов'язково…
Тут я скуштував один з найкращих еспресо, які я куштував у Відні. Дуже приємно здивований. Чудова атмосфера та чудова кава. Розслаблена атмосфера, тож тут можна й працювати.
Клас, але дивний графік роботи
Кафе «Комета» – це чудове місце, яке, здається, подобається переважно людям віком від 45 років і молодше. Кава свіжа та ароматна, з гарним вибором.
Мені випала нагода спробувати їхній чізкейк, який також був дуже свіжим…